Auszüge aus der NEON-Kolumne "Nein Danke!" von Tillmann Prüfer, Ausgabe September 2011:

"Das Freundschaftsbändchen":

1. Warum brauchen wir ein sichtbares Symbol, an dem alle sehen können, dass jemand uns mag?

2. Freundschaften sind vielmehr unsere soziale Währung geworden.

3. Ständig müssen wir beweisen, dass wir beliebt sind.

4. Freundschaft ist ein Statussymbol, man trägt sie am Handgelenk wie eine teure Uhr.

5. Und die Zahl der Freunde stellt man als numerischen Beweis der einem entgegengebrachten Wertschätzung auf Facebook ein. 

6. Ich glaube, wir müssten nicht ständig betonen, wie sozial eingebunden wir sind, wenn wir uns tatsächlich wohl in unserer Haut fühlen würden.

7. Wir sind eine Generation, die ständig den Zuspruch anderer braucht.

8. Wir wollen umgeben sein von Leuten, die uns bunte Bändchen umbinden und "I like!"-Daumen entgegenstrecken, sonst haben wir das Gefühl, uns in Luft aufzulösen.

9. Wir trauen dem Urteil der Außenwelt mehr als uns selbst - und deswegen fühlen wir uns unwohl bei dem Gedanken, mit uns allein zu sein.

10. Das macht uns sozial sehr verträglich. Aber auch völlig uncool.

11. Die gute alte "Coolness" nämlich bedeutet, dass du einen Weg gehst, einfach weil du ihn für richtig hältst - und dafür keinen Beistand von außen benötigst.

12. Man braucht nur sich selbst dafür und die Sicherheit, das Richtige zu tun. Das ist cool.

2.9.11 14:19

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